FvS Vermögenspreisindex Deutschland


Q2-2018: Inflation weiterhin sehr hoch

Vermögenspreisinflation beträgt 6,8 %

Zum Ende des zweiten Quartals 2018 ist der Preis für die Vermögenswerte deutscher Haushalte um 6,8 % im Jahresvergleich angestiegen. Getragen wird der Preisanstieg von Sachwerten wie Immobilien, während Finanzwerte nachgeben.

Sachwerte steigen, Finanzwerte fallen

Preise für Betriebsvermögen erleben mit 9,1 % die höchste Wachstumsrate des Quartals während Sammel- und Spekulationsgüter die höchste Deflation (-3,0 %) aller Vermögenskategorien aufweisen.

Wohlhabende und ältere Haushalte profitieren

Von der nach wie vor hohen Inflation profitieren vornehmlich Haushalte mit hohem Immobilien- und Betriebsbesitz. Diese sind häufiger bei wohlhabenden oder älteren Haushalten vorzufinden.

Die Preise des Vermögens deutscher Haushalte steigen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,4% an. Finanzwerte fallen um 0,4%.

Innerhalb des Sachvermögens sind Preise für Immobilien um 8,6% im Jahresvergleich angestiegen. Die Preiswachstumsrate für Betriebsvermögen ist mit +9,3% zwar hoch, jedoch deutlich geringer als in den vorangegangen Quartalen. Langlebige Verbrauchsgüter verteuern sich um 1,0%, Sammel- und Spekulationsgüter geben um -3,0% im Preis nach.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal fallen die Preise für Finanzwerte um -0,4%. Unter den Finanzwerten gehen die Preise für das sonstige Finanzvermögen (gemessen durch Gold- und Rohstoffpreise) am stärksten zurück (-8,4%). Rentenwerte geben um -1,6% nach und die Preise für Aktien liegen ungefähr auf dem Niveau des Vorjahresquartals (-0,0%). Spar- und Sichteinlagen unterliegen per Definition keiner Preisveränderung.

Nach wie vor bleiben die Unterschiede in der Vermögenspreisinflation im Altersquerschnitt deutscher Haushalte unverändert. Haushalte vor Renteneintritt profitieren durch ihr anteilsmäßig hohes Betriebs- und Immobilienvermögen am deutlichsten von den steigenden Preisen. Haushalte mit geringerem Immobilien und Betriebsvermögen, wie es bei jüngeren Haushalten vorzufinden ist, haben durch die niedrigere Preiswachstumsrate das Nachsehen.

Im Querschnitt des Vermögens deutscher Haushalte profitieren Haushalte mit hohem Betriebs- und Immobilienvermögen am stärksten von den steigenden Preisen. Dies ist vor allem bei den wohlhabendsten Haushalten und der oberen Mittelschicht der Fall. Haushalte mit einem relativ hohen Anteil an Spar- und Sichteinlagen des Gesamtvermögens, wie es bei den Haushalten der unteren Mittelschicht der Fall ist, weisen hingegen die niedrigste Preiswachstumsrate ihrer Vermögenswerte auf.

Die Inflation gemessen an Hand von Verbraucherpreisen beträgt zum Ende des zweiten Quartals im Jahresvergleich 2,0% und ist somit bedeutend niedriger als die Vermögenspreisinflation. Auch die Preissteigerung des Produzentenpreisindex liegt deutlich unterhalb des Vermögenspreisindex.