KONJUNKTURBERICHT. Die Eurozone zeigt erste Zeichen einer Belebung. Doch hohe Inflation, steigende Zinsen und ungelöste Standortprobleme in Deutschland stellen die Erholung auf die Probe.
🎧Für Podcast-Liebhaber: In ca. sechs Minuten werden in unserem KI-generierten Podcast (erstellt mit NotebookLM) die wichtigsten Punkte des Konjunkturberichts diskutiert.
Global: Unsicherheit belastet das Wachstum
Die Ungewissheit über den Iran-Krieg treibt die Energiepreise weiter nach oben und dürfte das Wachstum belasten.
USA: Arbeitsmarkt bleibt solide
Überraschend starke Beschäftigungszahlen und ein stabiler Konsum stützen das positive Momentum.
Euroraum: Deutschland erholt sich mit
Die Geschäftslage erholt sich vor allem dank Deutschland, während Frankreich schwach bleibt.
China: Regierung stützt eine schwache Binnenwirtschaft
Expansive Geld- und Fiskalpolitik stabilisieren die Konjunktur, doch die schwache Binnennachfrage und geopolitische Risiken bremsen.
Der Konjunkturbericht ist wie immer als PDF beigefügt. Zudem steht eine experimentelle Website in mehreren Sprachen zur Verfügung. Dort sind alle Charts zum Download verfügbar.
Kurzinterview mit Dr. Pablo Duarte
Wie ist die weltweite Konjunkturlage im September 2026 einzuschätzen?
Pablo Duarte: Die Weltwirtschaft wächst weiter, wird aber von hoher Unsicherheit belastet. Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise nach oben und erhöht die Risiken. In den USA stützen Beschäftigung und Konsum das Wachstum. Die Eurozone erholt sich vor allem dank Deutschland. In China stabilisieren Geld- und Fiskalpolitik die Konjunktur, während die Binnennachfrage schwach bleibt.
Warum bleibt die US-Wirtschaft trotz höherer Inflation robust?
Duarte: Im zweiten Quartal 2026 wuchs das US-BIP um 2,11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der private Konsum lieferte mit 1,53 Prozentpunkten den größten Beitrag. Dazu kommen starke Auftragseingänge und ein stabiler Arbeitsmarkt. Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck hoch, besonders bei Energie und Dienstleistungen. Das erhöht die Risiken für den weiteren Ausblick.
Was spricht für eine Erholung in Deutschland und der Eurozone?
Duarte: Der Composite-PMI der Eurozone lag im August bei 52,0 und damit im expansiven Bereich. In Deutschland stieg er auf 51,8, während der Industrie-PMI 54,3 erreichte. Hohe Neuaufträge aus der Rüstungs- und KI-Industrie stützen die Erholung. Frankreich bleibt dagegen schwach. Höhere Energiepreise und restriktivere Finanzierung bremsen zusätzlich.
Warum bleibt China trotz staatlicher Unterstützung wirtschaftlich schwach?
Duarte: Die offiziellen Einkaufsmanagerindizes zeigen Industrie und Dienstleistungen weiter unter der Wachstumsschwelle. Der Immobiliensektor bleibt sehr schwach und die Jugendarbeitslosigkeit lag im Juli bei 17,9 Prozent. Geldpolitik und Fiskalpolitik setzen positive Impulse, doch die schwache Binnennachfrage und geopolitische Risiken begrenzen die Erholung.
Welche Datenquellen und Zeitreihen wurden für die Analyse genutzt?
Duarte: Verwendet werden unter anderem Zeitreihen des U.S. Bureau of Labor Statistics, der Federal Reserve und der European Central Bank sowie Schätzungen des International Monetary Fund. Für Einkaufsmanagerindizes werden Daten von S&P Global genutzt. Weitere Reihen stammen aus Macrobond.
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